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Imkerverein Herzogenaurach und Umgebung e.V  gegründet 1891

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Geschichtliches zu unserem Verein

 (der nachfolgende Text entstammt der Festschrift zu 100-Jahr-Feier im Jahre 1991)

zeitung

 Auf der Seite 81 dieser Ausgabe steht: " Der oberfrnkische Kreisverband wurde durch die Grndung eines neuen Bezirks-Vereines in Herzogenaurach erweitert. Vivat sequens!"

In dieser Festschrift zum 100-Jahr-Feier unseres Vereins wollen wir mit Ihnen eine Reise in die Vergangenheit unternehmen. Fhrt uns die Fahrt vielleicht ber die Geschicke unseres Vereins und ber das Grndungsjahr 1891 hinaus? Lassen Sie sich berraschen!

Unser Verein hat 77 Mitglieder. Herr Konrad Dressel ist unser Ehrenmitglied. Wir betreuen im Augenblick 752 Bienenvlker. Rechnet man ca. 50.000 Bienen je Volk, knnen wir sicher sein, da von 37.600.000 Bienen einige immer in Ihrer Nhe sind. Bitte freuen Sie sich ber diese Gste, auch wenn einmal ein Ausschwrmen vom Imker nicht verhindert werden kann. Wir haben es hier mit einer Urkraft der Bienen zu tun, die unsere Bienen seit mehreren Millionen Jahren am Leben hlt. Erst in letzter Zeit sind unsere Bienen gefhrdet und knnen ohne die Imker nicht berleben. Bereiten Sie bitte unseren Schutzbefohlenen mit geeigneten Trachtpflanzen einen reich gedeckten Tisch.

Bitte begleiten Sie uns zunchst durch die letzten 111 Jahre.

Aus unserem Vereinsbuch konnten die Namen der Vorstnde fast vollstndig ermittelt werden. Im Herzogenauracher Stadtarchiv wurden wichtige Unterlagen ber unsere Vereinsgeschichte gefunden; auch unsere erste Satzung befindet sich dort.

Die Vereinsgrndung

Am 22.7.1891 grndet Sanittsrat Dr. med. Hans Walther den Verein als Geflgel- und Bienenzuchtverein und ist 1. Vorstand. Der 2.Vorstand wird Konrad Reiter, Kassier und Sekretr wird Michael Gehr. Zu Ausschumitgliedern wurden Bckermeister Franz Lang und die Schuhmachermeister Johann Gehr, Adam Gebhard und Johann Herold gewhlt. Am 27. 7. 1891 schreibt Franz Gehr: " Der unterzeichnete zeigt hiermit seinem Stadtmagistrat ergebenst an, da im Gasthaus "Zum weien Ro" sich ein Bienen u. Geflgelzchter Verein gegrndet hat und wurden folgende Herren zur Vorstandschaft gewhlt" Es folgen die bereits genannten Namen. Mit einer anderen Farbe wurde ber dem Wort Geflgelzchter eine "I" und ber dem Wort Bienen eine "II" nachgetragen. Die Reihenfolge im Namen des Vereins war sicher sehr bedeutend.

Im Sitzungsprotokoll des Stadtrates wird am 6.8.1891 unter der Nr. 179 vermerkt: "Grndung eines Geflgel- und Bienenzchtervereins". Der aus diesem Anla bliche Beschlu lautet: "Nichts zu erinnern". Bringt sich der Imkerverein wegen dieser Bemerkung immer wieder in Erinnerung?

Am 7.8.1891 schreibt der Stadtmagistrat Herzogenaurach an das Knigliche Bezirksamt in Hchstadt und informiert ber die Grndung unseres "nicht politischen Vereins".

Die ersten Jahre

1892. Schriftfhrer wird Ludwig Rei und zum Kassier wird Georg Neumller gewhlt.

1896. Martin Seeberger wird 1. Vorstand und Michael Gehr 2.Vorstand. Die Aufgaben des Kassiers und des Schriftfhrers werden Joh. Kaiser bertragen. Der Verein stellt folgenden Antrag an die Delegierten-Versammlung der mittelfrnkischen Bienenzchter: "Die Deligierten-Versammlung wolle beschlieen, eine der nchsten Kreiswanderversammlungen mit Ausstellung in Herzogenaurach abzuhalten, zumal der hiesige Verein einen greren Bodenkomplex fr solche Zwecke und auch einen Vereinsbienenstand besitzt."

1893. Am 8. Mai 1893 ldt unser 2. Vorstand, Herr Peetz, "den verehrlichen Stadtmagistrat ehrerbietigst zur gtigen Teilnahme an einer am 11. Mai stattfindenden Versammlung ganz ergebenst ein und gibt sich der frohen Hoffnung hin, da die Versammlungsteilnehmer den verehrlichen Stadtmagistrat in ihrer Mitte begren drfen". (Im Jahr 1924 wird man nicht so hflich sein.)

1897 werden Konrad Reiter 1. Vorstand und Leonhard Peetz 2.Vorstand.

1899. Am 11. Mai, dem Himmelfahrtstag, findet in der Turnhalle (spter Kino, zur Zeit Disco, neben dem "Bayerischen Hof") zu Herzogenaurach die Gau-Bienenzchterversammlung statt. Das Programm befindet sich auf der gegenberliegenden Seite. Der Kreisverband des mittelfrnkischen Bienenzchtervereins besteht aus 52 Vereinen mit 3279 Mitgliedern.

1904. Der Geflgel- und Bienenzuchtverein trennt sich in Geflgelzuchtverein und Imkerverein Herzogenaurach und Umgebung e. V..

Zwischen 1894 und 1920 gehrt der Verein zum mittelfrnkischen Bienenzchterverband.

Das Programm vom 11. Mai 1899 (Zu Punkt 2, Herr Walz, siehe auch Seite ) 1916. Martin Seeberger wird 1. Vorstand. Schriftfhrer wird Johann Maier.

1924. Schriftfhrer ist L. Geinzer. Am 14.4.1924 schreiben 4 Imker (nicht der Verein) einen bitterbsen Brief."An den verehrlichen Stadtrat, hier. Auf der Ludwigshhe am Burgstaller Weg wurde vor zirka 20 Jahren eine Akazienallee gepflanzt, um die heimische Bienenzucht zu frdern. Im Weihersbach wurden Erlen gepflanzt, welche im Frhjahr die erste Nahrung fr die Bienen lieferten. Auch auf dem Hirtenbuck, am Bahnhof und Loritzhain wurden von einsichtsvollen Mnnern, welche den Wert der heimischen Bienen zu schtzen wuten, bienennhrende Baumpflanzungen durchgefhrt. Wie frdert nun der jetzige Stadtrat die Bienenzucht? Hier hat man anscheinend keine blasse Ahnung, was die Bienen fr unseren Obst- und Gartenbau durch Befruchtung der Blten bedeuten, denn sonst knnte man nicht zu solch drakonischen Manahmen schreiten, wie sie in letzter Zeit vorgenommen wurden. Zwei schne Alleen, Herzogenaurachs Zierde, sowie die Erlenpflanzung im Weihersbach wurden ganz abgeholzt und nun werden die Akazienbume auf der Ludwigshhe, welche nebenbei bemerkt alle Jahre weniger werden, auf Veranlassung des 3. Brgermeisters Herbig so ausgeputzt, da man nur von einer Verschandelung der Bume sprechen kann. Gegen dieses Vorgehen erheben wir im Interesse der heimischen Bienenzucht und des Obst- und Gartenbaues ganz energischen Protest. Es geht auf die Dauer nicht an, da von seiten des Stadtrats den Interessen weiter Volkskreise entgegengearbeitet wird. Es wird erwartet, da dieser Schaden bald mglichst wieder gut gemacht wird, durch Pflanzung von bienennhrenden Bumen, wie Akazien, Linden, Ahorn u.s.w., auf allen hierzu geeigneten Pltze. Hochachtungsvoll!"

Am 12. Mai ergeht folgender Stadtratsbeschlu: "Auf das Gesuch des N.N. (Der Name ist hier sichernicht so wichtig) und Genossen wird beschlossen, zur Frderung der Bienenzucht Baumpflanzungen im Herbst vornehmen zu lassen. Die Gesuchsteller htten Vorschlge zu machen, wo die Baumpflanzungen vorgenommen werden knnten. Auch erwartet der Stadtrat zuknftig eine hflichere Schreibweise."

1926. Dr. Walther wird wieder der 1. Vorstand des Vereins. Am 9.3.1926 beschliet der Stadtrat, fr 69 Laubbume und 20 Gtterbaumsmlinge RM 50,-- zu genehmigen.

Unser Vereinsbuch

1931 finden wir den ersten Eintrag in unserem Vereinsbuch. Es ist ein Presseauschnitt vom 12.11.1931. "Die ordentliche Generalversammlung fand im Lokal von Herrn Bitter statt. Das einzige noch lebende aktive Grndungsmitglied ist Herr Sanittsrat Dr. Hans Walther, der seit 40 Jahren mit einiger Unterbrechung Vorstand des Vereins ist. Herr Dr. Walther spricht von einer katastrophalen Lage der Bienenzucht. Von einer besonderen Feier des 40jhrigen Jubilums wurde angesichts der schwierigen Zeit abgesehen. Der berschu in Hhe von 72.- Mark wird zur Verbesserung der Bienenweide eingesetzt. Der Verein Kinderhort erhlt zur Anpflanzung 20 Skirschenhochstmme." Zu diesem Zeitpunkt ist Stadtrat M. Schaub der Kassier. In der Gegend um Herzogenaurach war in den 1930er Jahren die Sitte des Rckens und Rttelns der Bienenwohnungen bei einem Todesfall im Hause des Bienenbesitzers weit verbreitet, ebenso das, was der Volkskundeatlas fr Herzogenaurach belegt: "Beim Bienenkauf soll man nicht handeln, sonst gibt es kein Glck; den ersten Schwarm drfe man nicht verkaufen".

1932. Sanittsrat Dr. Hans Walther wird Ehrenbrger der Stadt Herzogenaurach und verstirbt im gleichen Jahr. Im Heft 1, Jg. 55, Seite 22 der Zeitschrift "Die Bayerische Biene" wird berichtet: "Herr Sanittsrat Dr. Walther starb am 10.12.1932 eines sanften Todes rasch und unerwartet. Im Jahre 1891, vor nunmehr vierzig Jahren, hat er den Bienenzchterverein Herzogenaurach gegrndet und ist bis zu seinem Tode sein Vorstand geblieben. Unschtzbare Verdienste hat er sich whrend 4 Jahrzehnten um die Bienenzucht erworben. Vom Landesverein wurde er mit der goldenen Verdienstmedaille ausgezeichnet. Seine vielen Vortrge, mit bestem Humor gewrzt, werden uns stets in Erinnerung bleiben. Der Bienenzuchtverein Herzogenaurach wird ihm stets ein ehrendes Gedenken bewahren."

Am 26.12.1932 fand eine Generalversammlung statt, die ganz im Zeichen der Trauer um den 1. Vorsitzenden, Herrn Dr. Hans Walther, stand. Es wird berichtet, da der Verein seine ganzen Einnahmen zur Verbesserung der Bienenweide ausgegeben hat. Auf dem ehemaligen Fuballplatz des 1. FCH, an der Bieg und am Stadtweiher wurden 150 Akazienbume gesetzt.

1933 wird M. Schaub der 1. Vorstand, Konrad Dikas wird Schriftfhrer und David Kre wird Kassier.

Drittes Reich und Kriegsjahre

1934 bis 1944. In dieser Zeit wurde eine andere Geschichte geschrieben. Wir finden lediglich durch die vorgeschriebenen Viehzhlungen in unserem Stadtarchiv Hinweise. Alle Bienenvlker muten damals erfat werden. Im Jahr 1940 gab es in Herzogenaurach 86 Bienenvlker, davon 2 Vlker in Krben(!). Im Jahr 1942 waren es nur noch 71 Vlker in Ksten und 1 Volk im Korb. Im Jahr 1943 wurde kein Vieh gezhlt; nicht einmal Bienen! 1944 zhlt man 39 Bienenvlker und 1945 lebten 37 Bienenvlker in Herzogenaurach. Die Imker Bretting, Rudolf und Konrad Dikas, David Kress, Christ. Schacher, Andr. Wernbeck und Frau Eva Bauer (12 Bienenvlker 1944) hielten unsere Bienen whrend des Krieges am Leben.

1945. Christoph Schacher wird 1. Vorstand (bis 1948).

Ein neuer Anfang

1948 werden Hans Reinhold 1. Vorstand (bis 1950), Rudolf Kstler 2. Vorstand (bis 1958), Otto Schmidt Schriftfhrer (bis 1950), Hans Thomann Kassier (bis 1953)

1949. Whrend der Versammlung am 27.5.1949 wird mitgeteilt, da die Honigbewirtschaftung aufgehoben ist und das Winterfutter im Herbst voll ausgeliefert wird und zwar 15 Pfund je Volk. Am 26.6.1949 wird der Honigpreis von DM 3,20 auf DM 3,50 mit Glas festgesetzt. (42 Jahre spter, im Jahr 1991, verkaufen die Imker den Honig fr DM 7,-- bis 8,-- und sind damit sehr bescheiden geblieben). Am 12.12.1949 wurde beschlossen, eine Feier zum Weihnachtsfest abzuhalten; es war die erste Feier nach dem Krieg.

1950 erhalten die Imker fr die Frhjahrsreizftterung pro Volk 3 Pfund Zucker DM -.58.

1951. Christoph Schacher wird 1. Vorstand (bis 1958). Herr Schacher war bereits 1. Vorstand in den Jahren 1945 bis 1948.

1953. Franz Fuchs wird Schriftfhrer (bis 1954). Im ehemaligen Erlanger Volksblatt Nr. 298 vom 23. Dezember 1953, Seite 5 findet sich dieser Bericht: "60 Jahre Imkerverein Herzogenaurach. Am Sonntag, 20.12.1953 beging der Imkerverein in der Gaststtte "Steigerwald" sein sechzigjhriges Stiftungsfest. Der Prsident des Deutschen Imkerbundes und Vorstand des Landesverbandes Bayerischer Imker, Herr L. Birklein, berreichte dem Verein ein holzgeschnitztes Zeidelmnnchen. 8 Mitglieder erhielten die goldene Ehrennadel und 8 die silberne." (Das Zeidelmnnchen befindet sich im sogenannten "Waldkrankenhaus"

zeidelmann 

1954. Otto Schmidt wird Schriftfhrer (bis 1956), und Willy Maier Kassier

1956. Hans Thomann wird Kassier.

1957. Alwin Schwetasch wird Schriftfhrer (bis 1960), Rudolf Kstler bernimmt als 2. Vorstand auch das Amt des Kassiers (bis 1960).

1960. Rudolf Kstler wird 1. Vorstand, Franz Fuchs wird 2. Vorstand.

1961. Franz Fuchs wird 1. Vorstand und Kassier (bis 1971), Siegfried Zink. wird 2. Vorstand (bis 1967), Nik. Walz wird Schriftfhrer (bis 1971).

 1967. Die Imker erhalten vergllten, sogenannten roten Zucker zur Wintereinftterung. Der Imkerverein Weisendorf wird 1967 wegen zu geringer Mitgliederzahl aufgelst. (Im Jahr 1918 hatte dieser Verein 53 Mitglieder). 6 Imker wechseln in den Imkerverein Herzogenaurach und Umgebung e. V.

Die Leistungen des Imkervereins Weisendorf und vor allem seines 1. Vorsitzenden, Herrn Martin Schacher, sind so bedeutend, da wir hier treuhnderisch berichten wollen: Im Juni des Jahres 1912 wurde dieser Verein als "Zeidlerverein Weisendorf-Seebachsgrund und Umgebung" gegrndet. Das Motto des Vereins lautet: "Willst du die groen Wunder sehen, bleib vor dem Bienenvolke stehen. Geh' dann durch Feld und Flur und preis' den Schpfer der Natur." Herr Schacher ist Bezirksbienenmeister und hlt viele Vortrge ber Bienenkrankheiten, Kniginnenzucht und Vlkerfhrung.

Am 26.6.1921 wird ein groer Imkertag in Reuth bei Weisendorf abgehalten. Der Besuch aus allen Teilen Deutschlands ist so gro, da die Tagung unter freiem Himmel stattfindet. Die Bayerische Bienenzeitung spricht von einer Musteranlage und von einer "Bienenzuchtanstalt in Reuth bei Weisendorf". Herr Schacher entwickelt einen "Ideal-Wrfelstock" und schreibt: "Eine gute Einheitswohnung war frher im alten Strohkorb vorhanden. Aus diesem zogen und ziehen auch heute noch Prachtkerle aus und ein. So ein Korb von 31 bis 32 Zentim. lichter Weite und Hhe hatte immer gut berwintert, denn hier konnte das Volk eine Kugel bilden und diese Kugelform fordert von uns Imkern zu denken und zu handeln." Der Wrfelstock nimmt 9 Ganzwaben mit 31 cm Hhe und 31 cm Breite auf. Die Hhe der Halbwabe betrgt 15,5 cm. Eine Bearbeitung ist von hinten und von oben mglich. Hinter der Brut und im Honigraum werden Dickwaben verwendet. Es gibt hohe und halbhohe Aufstze. Ein Absperrgitter wird nur bei 2 Honigrumen bentigt. Herr Schacher entwickelt eine Honigschleuder, mit der alle Wabenmae geschleudert werden knnen; sie wird als die beste Honigschleuder Deutschlands bezeichnet. .

1968. Michael Oed wird 2. Vorstand, Herbert Wrch wird Kassier (beide bis 1971).

1972 werden Peter Grabert 1. Vorstand, Karl Lrrach 2.Vorstad, Adolf Springer Schriftfhrer, und Hans Herberger Kassier.

1976 werden Michael Oed 1. Vorstand (bis 1982), Christian Beyer 2. Vorstand (bis 1979), Peter Grabert Schriftfhrer (bis 1977).

1978 Walter Hacker wird Schriftfhrer (bis 1983), Michael Oed Kreisgesundheitswart.

1980. Peter Brehm wird 2. Vorstand (bis 1982), Thomas Tippmann Kassier (bis zur Drucklegung).

1983. Klaus Becker wird 1. Vorstand (bis zur Drucklegung), Alfred Fehr 2.Vorstand (bis 1986).

1984. Erich Gumpert wird Schriftfhrer (bis 1986). Die Grndung des Kreisverbandes der Imker des Landkreises Erlangen-Hchstadt findet am 28.9.1984 von den Initiatoren Hermann Gro, Emil Grnbaum, Peter Bucher und Klaus Becker statt. Klaus Becker wird 1. Vorsitzender, Hermann Gro vom Imkerverein Hchstadt 2. Vorsitzender.

1987 wird Georg Todt 2. Vorstand (bis zur Drucklegung), Horst Mutschler Schriftfhrer (bis zur Drucklegung).

1989. Im Mrz 1989 beantragt der 1. Vorsitzende des Imkervereins Hedorf, Alfred Spurny, die Aufnahme von 9 Mitgliedern in den Imkerverein Herzogenaurach, der nun aus 70 Mitgliedern besteht.

Unsere monatlichen Versammlungen finden immer am 1. Sonntag des Monats in Obermembach im Gasthaus "Jgersruh" statt. An dieser Stelle bedanken wir uns bei unserem Wirt, Herrn Gumbrecht, fr die gute Betreuung. Mit Obermembach verbindet die Imker auch die Valentinskapelle; in ihr wurde am Valentinstag das Patronatsfest gefeiert. Der heilige Valentin ist Patron der Bienenzchter, der Jugend, der Reisenden und der Verlobten; er ist Frsprecher fr eine Heirat und wird angerufen bei Ohnmacht oder Pest. Ein alter Wallfahrtsweg fhrte von Herzogenaurach nach Hannberg an einer Wegmarter vorbei. An dieser Stelle steht heute die Valentinskapelle.

Nun beginnt die versprochene Reise in die Vergangenheit:

Die erste Wintereinftterung mit Zucker

In der am Anfang zitierten Mnchener Bienen-Zeitung wird berichtet, da in einer geschtzten Bienenzeitung ein einflureicher Bienenzchter Anfang September 1890 5 Vlkern allen Honig entnommen hat. "... und ftterte sie jeden Abend mit einem von einem Fabrikanten zu Versuchen erhaltenen 'flssigen Bienenzucker', bis nach 4 Tagen jedes Volk zwlf Kilo aufgetragen hatte. Die Vlker hatten den Zucker nicht nur mit Gier genommen, sondern auch prachtvoll verdeckelt. Als ich im Mrz 1891 bei 20 Wrme meine Vlker untersuchte, fand ich die mit Bienenzucker berwinterten auffallend gesund, und hat sich der Bienenzucker als vorzgliches Winterfutter bewhrt." Die Suche nach diesem Fabrikanten und der 'geschtzten Bienenzeitung' sollte noch aufgenommen werden. Und weiter die Zeitschrift: "Uns gengt diese Empfehlung aus verschiedenen Grnden nicht. Vor allem knnen wir keinen Werth darauf legen, da die Vlker den 'flssigen Bienenzucker' mit Gier nahmen. War ja doch denselben aller Honig genommen, also Hungertod in sichere Aussicht gestellt! In solcher Lage nehmen die Bienen jede nur irgend acceptable Sigkeit, um den Hunger zu stillen und die leeren Vorrathskammer wieder zu fllen. Da auch die sofortige Deckelung des wieder gewonnenen Vorrathes fr den Winter erfolgte, mu sicher auf Rechnung gnstiger Witterung und gesunder Volkskraft geschrieben werden, da unter gegentheiligen Verhltnissen oft selbst Honig, im September gereicht, ungedeckelt bleibt. Die im September 1890 erfolgte Deckelung des Bienenzuckers ist als Beweis fr die Vorzglichkeit des Surrogatfutters nicht annehmbar."

Wieviel hat sich doch in den nchsten 100 Jahren verndert. Damals kannte man keine Wintereinftterung mit Zucker. Heute bitten wir Imker, da dieses Bienenfutter zum Weltmarktpreis bezogen werden kann und nicht zum innerhalb der EG knstlich erhhten Preis. Wir wissen, da die Fabrikanten -wie bereits 1890- mit uns zusammenarbeiten wollen und bereit sind, den Zucker gnstiger an uns zu verkaufen. Es wre wnschenswert, wenn sich unsere Politiker heute an die Beschlsse von 1912 erinnerten und wie damals steuerfreien Zucker fr die Imker ermglichen.

Grndung des Landesverbandes

1882. Im Stadtarchiv Herzogenaurach finden wir eine Notiz des Stadtmagistrats vom 4. August 1882 ber eine Ausstellung von Bienen, Bienenwohnungen, Bienenprodukte in der Zeit vom 27. August bis 3. September in Nrnberg. Es wird auf die konstituierende Versammlung des Bayerischen Bienenzchter-Landesverbandes hingewiesen. Wir besitzen hier ein Dokument, das 20 Tage lter ist als unser Landesverband.

Die Viehzhlung im Jahr 1818

Die Herzogenaurachacher Viehzhlungsliste vom 16.10.1818 gibt an, da 22 Bewohner 77 Bienenstcke hatten. Zwei je zehn, zwei je fnf, sechs je vier, drei je drei, fnf je zwei und vier je einen.

Imker, Bienen und Produkte

"Imker sei stolz deiner Vergangenheit, die deine Bienen und dich unter kaiserlichem Schutze sah." Wie kam es zu dieser Sonderstellung? Frher gab es als Sungsmittel nur Honig, sen Wein und Fruchtmark; Honig war aber bei weitem am billigsten. Die Nhr- und Heilkrfte des Honigs waren bekannt. Milch und Honig galten im Mittelalter als erste Speise des Kindes; einige Tropfen wurden den Neugeborenen direkt nach der Taufe gegeben. Neben dem Honig war das duftende Bienenwachs eine bedeutende Ausbeute und fand auch Verwendung fr Kerzen und Amtssiegel. Verschiedene Handwerke kamen ohne Wachs gar nicht aus. So wurde es bei den Lebkchnern, Schuhmachern, Buchbindern, Frbern, Seilern oder den Bildhauern verwendet. Ein weiteres wichtiges Produkt war der Met, ein mit Naturhefe in Wasser vergorener Honig. Es gibt Rezepturen von rzten und Apothekern, die mehr als 200 Jahre alt sind und um Heilkrfte von Honig und Kittharz (Propolis) wuten. Ein Beispiel:

" 185. Fr Geschwulst und allerley Zuflle ein treffliches Pflaster. Nimm Essig-Safft 4 Loth, Honig 5 Loth. La dieses miteinander sieden, da es wohl dicke wird, thue darzu einen Dotter von einem ey, Gersten-Mehl, 3 Loth, Album graecum 2 Loth, lege dieses Pflaster bey Nacht auf, es vertreibt alle Geschwulst zu grosser Verwunderung." (Vor Anwendung bitte den Hausarzt fragen)!

Der Bischof bentigt mehr Wachs

"... aber man berlt diese ntzlichen Thierchen mehr ihrem Schicksale, als da man die in diesen Gegenden beobachtete Verfahrungsart Bienenpflege nennen knnte. Welche Ausbeute kann nun zu hoffen seyn! Da Bamberg als ein Katholischer Staat bey seinen vielen Religionsgeprngen eine unbeschreibliche Menge Wachses verbraucht, das schier ganz vom Auslande bezogen wird; so sollte von Staats wegen auf die bessere Pflege derselben und auf die Verbreitung dieses Zweiges lndlicher Industrie das sorgfltigste Augenmerk gerichtet werden. Wrde der Landsmann ber den groen Nutzen der Bienenpflege fr die Landwirthschaft hinlnglich belehrt, und das Vorurtheil entkrftet werden, da das Bienenhalten mehr ein Glcksspiel, als eine eigentliche Erwerbsart sey, so wrde die Absichtdes Staates gewi bald erreicht, und einem Staatsbedrfnis auf die dem Ganzen wohlthtigste Art abgeholfen seyn. Verbnde man hiermit noch aufmunternde Auszeichnung der fleiigen Bienenwirthe, so wrde sich der Bambergische Landmann mit eben dem Enthusiasmus auf die Pflege derselben verlegen, als auf den Anbau des Hopfens, wo es eine ausgemachte Sache ist, da nicht leicht ein Capital angelegt werden knne, welches sich so leicht verinteressire, als bey einer wohleingerichteten Bienenzucht, indem langjhrige Erfahrungen beobachtender Bienenwirthe sattsam besttigen, da in einer solchen 25 gute Stcke jhrlich 100 bis 200 Gulden abwerfen. Vor allem aber wre es nothwendig, statt der elenden, einfachen Strohkrbe die sogenannten Magazinstcke im Lande allgemeiner zu verbreiten, und das Haidekraut nebst anderen Bienenkrutern hufiger anzupflanzen. Die letztere Unternehmung wre ein wrdiger Gegenstand der Beschftigungen der niedergesetzten Landescultur-Commission, und ihre Ausfhrung bey der Urbarmachung der Pltze eine leicht durchzusetzende Sache."

Das Zeidel- und Triebelgericht

Die Zeidler, so nannte man damals die Imker, hatten besondere Privilegien. Es gab eigene Zeidelgter in den Wldern und eine eigene Gerichtsbarkeit. "Unser lieb getreu, die Zeidler gemeiniglich, uff unsern und des Reichs Walde bei Nrnberg gelegen" erhielten im Jahr 1350 von Knig Karl IV. das Privileg einer eigenen Gerichtsbarkeit, Zollfreiheit ihrer Produkte und das Recht, eine eigene Tracht und eine Armbrust zu tragen. Das Zeidelgericht war in Feucht. Hier ist im Rathaus der Wandspruch zu lesen: "Das Feuchter Wappen schliet die Biene ein - ihr Flei soll uns stets Vorbild sein". Vor dem Zeidelgericht war ein Bienenvolk so viel Wert wie eine Kuh! Die letzte Gerichtsverhandlung fand im Jahr 1779 statt. Bei den Salfranken kostete der Diebstahl eines auf dem Hof befindlichen (nicht frei am Waldrand stehenden) Bienenkorbes 45 Schillinge, d. h. soviel wie der Diebstahl eines Zuchtbullen. Es gab noch ein weiteres Gericht in Kronach. Das Triebelgericht (judicium mellicidorum). Hier wurde das letze Urteil am 13. Juli 1742 gesprochen. Damals wurden die Zeidler von den Wachszinsen befreit. Vor dem Triebelgericht muten die Zeidler sich zunchst an einen Butigler, das war ein Ministerialbeamter, wenden.

Besondere Rechte, der Honigmarkt

Nur die Khler und die Zeidler durften im Wald Feuer entfachen. Die Zeidler waren auch als Forsthilfsbedienstete ttig. Als Steuer wurde am 11. November, zum Martinstag, Honig abgegeben. Dieser Honig wurde nach der Schwarmmethode gewonnen. Erst spter mute Honiggeld gezahlt werden. Im Frhjahr wurde den Bienen der berschu an Honig genommen. Deshalb fanden zu Fastnacht die Honigmrkte statt. Der zu Bamberg hat sich bis in unsere Tage erhalten.

Das Zeidelwesen

Das Zeidelwesen oder die Waldbienenpflege ist eine Sonderform der Waldbienenwirtschaft; sie bestand darin, da der Zeidler lebende Waldbume unterhalb des Wipfels aushhlte und die so gewonnene Bienenwohnung (Beute) mit einem Brett verschlo, whrend eine kleine ffnung als Flugloch diente. Diese Baumbienenwohnungen besetzten schwrmende Bienen oder der Zeidler brachte selbst einen Schwarm hinein und versah die Beute mit seinem Zeichen. Diese Zeichen bedeuteten einen besonderen Schutz.

Pfuhlische Reiter

Der Westflische Friede beendete am 24.10.1648 den Dreiigjhrigen Krieg. In einer Kriegsschadenaufstellung finden wir im Herzogenauracher Stadtarchiv die Auflistung der Schden, die einquartierte "Pfuhlische Reiter" angerichtet haben: Das Gotteshaus Bchenbach fordert fr einen gestifteten, aber durch die Reiter aufgebrochenen Bienenstock 2 Gulden. Hans Herold fordert fr einen "gesterbten" und ausgebrochenen Bienenstock 2 Gulden. Michael Mayer fordert 2 Gulden fr einen aufgebrochenen und Hans Edelmann ebensoviel fr einen verwsteten Bienenstock und eine Witwe 6 Gulden fr "3 Bienenstck, so ihr ausgebrochen und verwst wurd."

Bienen sind wichtiger als der Krieg

Im Jahr 1350 wird eine lehensrechtlich begrndete Kriegsdienstpflicht der Zeidler erwhnt. Die Zeidler waren nur verpflichtet, im Raum zwischen den "vier Wldern", d. h. Thringer-, Bhmer-, Schwarzwald und Schwbischer Jura, und nicht darber hinaus, z. B. in Italien, zu dienen, da bei lngerer Abwesenheit ihre Bienen zugrundegegangen wren, deren Pflege einer gebten Behandlung bedurfte.

Die Ahnen der Imker in Herzogenaurach

1348. Fr die benachbarten drei Wlder von Herzogenaurach ist grere Waldbienenzeidelei belegt. Im Birkenbhl (Pirkeinenpuhel) waren "30 abores preparate pro apibus (30 fr Bienen hergerichtete Bume) et 6 vasa apum (Strohkrbe) in loco dicto an der zeydelweyden" , im Tanholz (Dohnwald) waren "4 vasa apum und 20 abores ad mellificandum preparatas" (zum Honig eintragen) und im Purchkholz (Burgwald) standen "5 vasa cum apibus und 20 abores pro apibus preparatas." Im Jahr 1346 finden wir in Herzogenaurach den bisher ltesten Beleg fr das Wort Bienenstock. Ein Beamter Konrad besa in den genannten drei Wldern "13 vasa apum et in oppido predicto (=Stadt Herzogenaurach) 12 vasa dicta pinstock". In den Forsten des Nordgaues entstand am Rand der Wlder um 1040 das Knigsgut "zu dem steinernen, felsigen Berg". Nrnberg!

 

 

siegel

 

 Unterschrift und Amtssiegel Heinrich II.

Knig Heinrich II., Frau Irmengard

[Heinrich II., * 973 + 13.7.1024. Am 14. Mai 1004 in Pavia zum Knig gewhlt, am 6. oder 7. Juni 1002 in Mainz zum Knig gewhlt. Der letzte Sachsenkaiser, Herzog von Bayern. Kaiserkrnung in Rom am 14.2.1014, gestorben am 13.7.1024 in Grona bei Gttingen, beigesetzt im Dom zu Bamberg, heiliggesprochen am 15.7.1146] Das Jahr 1021 bedeutet fr Herzogenaurach den Anfang der Stadtgeschichte. Am

13.11.1021 schenkt Knig Heinrich II. der bischflichen Kirche zu Bamberg den Knigshof Aurach, der von Heinrich II. erst kurz zuvor von einem Grafen Conrad erworben war. Erworben? Die steigende frstliche Gewalt wurde dem Kaiser zu gro und so verband er sich mit den Bischfen, gab ihnen Land und Stdte, um sie stark gegenber ihren Feinden, Heiden und Ketzern zu machen. Die Kirche gelangte aber nicht sofort in den Besitz dieses Hofes, da er noch an eine Frau Irmengard als Leibgedinge, d.h. Witwenversorgung vergeben war. Wer Frau Irmengard war, ist noch ein Geheimnis der Geschichte. Der erwhnte Graf Conrad wird fr den Kaiser Conrad II. gehalten (?) und Irmengard als die Schwester der Kaiserin Kunigunde! [Kunigunde. Gemahlin Kaiser Heinrich II., + 1033, beigesetzt im Bamberger Dom, Grabmal von Tilman Riemenschneider, heiliggesprochen am 3.3.1200] Auch von einer Tochter des Grafen Konrad, Herzog von Franken, wird gesprochen, die Gemahlin eines Grafen Ernst zu Rotal, Irmengard zu Rotal, eigentlich Rostall (Hosedal, Rossadal). Der Name kommt von einem Marstall, den die Herzge dort hatten. Ernst, Herzog von Schwaben, nahm nmlich um 1020 fter seinen Aufenthalt in Herzogenaurach und soll zu Rotal begraben liegen. Bischof Eberhard von Bamberg berwies das freigewordene Gut zwischen 1024 und 1040 an seine Dombrder.

urkunde 

Die Urkunde von 1002

Das Wort "cidaluueidis" befindet sich in der 7. Zeile links.

Die Bienenweide im Jahr 1002

Die abgebildete Urkunde aus dem Jahr 1002 ist fr Herzogenaurach und seine Imker von besonderem Interesse. Es ist eine Schenkungsurkunde Knig Heinrich II., in der er der dem Bischof Heinrich von Wrzburg gehrenden Kirche Johannes des Tufers die Abtei Forchheim, die Orte Erlangen und Eggolsheim mit Zubehr schenkt. In dieser Urkunde erscheinen die Worte "pertinens at Uraha" (angrenzend an Uraha) und es wird eine auf Zeidelweiden betriebene Waldbienenpflege erwhnt. "aqumque pascius pue vulgo dicuntur (die genannt werden) cidaluueidis" (Bienenweiden) Wir wissen, da die Anfnge von Nrnberg etwa auf das Jahr 1040 zurckgehen. Lassen Sie uns an dieser Stelle fragen, wer wohl den ersten Nrnberger Lebkchnern den Honig lieferte? Wir sind stolz darauf, da es sicher auch Imker vom Knigshof Uraha waren.

Ein Paradies

Unsere zu dieser Zeit waldreiche Gegend wird so beschrieben: "Mischwlder mit kruterreichen Stellen, von Weiden gesumte Gewsser und mit in nasse Niederungen eingestreuten Sumpfwiesen. Auer der Kiefer oder Fhre, der Fichte wuchsen noch Eiche, Linde, Buche, Espe, Salweide, Hasel und Faulbaum und boten so, einschlielich der Heide, zwischen Frhling und Herbst die fr eine ertragreiche Waldbienenpflege ntige Dauertracht." Dieses Paradies sollten wir wieder herstellen!

Die Langobarden

Bereits im Jahr 643 drohten die Langobarden (die Mnner mit den langen Brten) im "Edictum Rothari" (eines der germanischen Vlkerrechte) eine Strafe von 6 Schillingen dem an, "der in einem ihm nicht gehrigen Walde Bienen aus einem gezeichneten Baum entwendet". Aus welchem Grunde erwhnen wir hier die Langobarden; fhrte sie die Vlkerwanderung nicht nach Norditalien? Heinrich II. trug den alten Titel "Rex Francorum atque Langobardum". Die Langobarden traten im April 568 unter Fhrung ihres Knigs Alboin den Zug nach Italien an und besetzten die Lombardei. Der Weg ihrer Vlkerwanderung fhrte vom Gebiet der linksseitigen unteren Elbe auch durch unsere Gegend. Nach der Ermordung Alboins im Jahr 572 regierte bis 574 Knig Kleph. Nach der Herrschaft durch Herzge whlten die Langobarden im Jahr 584 den Sohn Knig Klephs, Authari, zum Knig, dessen Ehe mit der Bayernprinzessin Theudelinde Verbindungen mit dem Bayernstamm schuf. Die Eroberung Nord- und Mittelitaliens war erst um 650 abgeschlossen. Die langobardische Sprache gehrte mit dem Bairischen und dem Schwbischen zu den oberdeutschen Mundarten. Das bairische Volksrecht stammt aus dem 8. Jahrhundert (Lex Baiuvariorum), benutzt aber auch westgotisches und langobardisches Recht lterer Zeit. Hierzu finden wir eine Ergnzung: "Die Lex Bajuvwariorum, deren berlieferte Fassung aus dem 8. Jahrhundert stammt, geht auf einen merowingischen Grundstock aus der Zeit um 630 zurck. Es werden Rutenstlper im Kapitel ber das Schwarmfangrecht erwhnt. Hier wird von der Mglichkeit gesprochen, da ein Bienenschwarm seinem Besitzer entfliegt und in eines anderen Wldchen einen Baum befllt, oder da er in einem sich niederlt, wie sie zum Bienenfang aufgestellt werden. ...Wenn der Bienenbehlter aus Holz besteht, soll man dreimal auf die Erde stoen, wenn er aus Rinde, Kork oder Flechtwerk gemacht ist, werde der Behlter dreimal mit der Faust geschlagen (= abgetrommelt) und nicht fters. Die Bienen, die man so austreibt, sollen sein sein, und die bleiben, sollen dem gehren, dem der Behlter gehrt."

Der letzte Teil unserer Reise

Nun sind wir am Ende der Reise angekommen. Im "kurzen" Zeitraum vom Jahr 630 bis zum Anfang der Bienengeschichte vor etwa 50 Millionen Jahren (belegt durch einen Bernsteinfund) finden wir leider keine weiteren Hinweise auf Bienen und Imker in unserer Heimat. Das lteste und bekannteste westgermanische Volksrecht ist die unter Chlodwig I. Anfang des 6. Jahrhundert entstandene Lex Salica (Salisches Gesetz). Sie reicht noch in die vorchristliche Zeit der Franken zurck und spiegelt ihre buerliche Kultur wider. Es lohnt sich, bei diesen Franken, (Salfranken, Mainfranken) nach Belegen zu suchen. Es gibt einen Hinweis auf den 8 der Lex Salica!

Noch heute darf sich die Biene rhmen, das einzige namentlich im BGB in mehreren Paragraphen erwhnte Tier zu sein ( 961 bis 964)

Autor: Horst Mutschler

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